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Zum Tempel der Eintracht Nr. 172 im Orient von Osterode

1933 bis 1945

Was 1935 in Osterode geschah

Unser Tempel wurde geschlossen, unser Eigentum versteigert, der Name „Tempel“ als „zu jüdisch“ diffamiert. Zwei Dokumente sind uns geblieben. Eines davon ist eine Denunziation, das andere eine Lücke.

In den finsteren Jahren des Nationalsozialismus wurde unsere Loge Zum Tempel der Eintracht nicht nur schweigend, sondern mit aller Gewalt mundtot gemacht. Es war das Jahr 1935, als unser Ort des Zusammenkommens geschlossen wurde — unser Tempel, unsere Versammlungen, unsere Rituale fielen dem Verbot zum Opfer. Seither war der Raum dunkel, der freimaurerische Geist gedämpft.

Doch die Geschichte vergaß nichts. Zwei authentische Dokumente erinnern uns an die Mechanismen der Verfolgung — und sie erinnern uns daran, wie kostbar Gemeinschaft, Vertrauen und Wahrheit sind.

Vergissmeinnicht-Blüten
Das Vergissmeinnicht war das Erkennungszeichen der Brüder in der Zeit des Verbots von Logen und Symbolen.

Zwei Dokumente, die uns mahnen

Zeitzeugen

Die Anzeige

Ein lokales NSDAP-Mitglied meldete 1934 die Logenzugehörigkeit des evangelischen Pastors Friedrich Schünemann an ein nationalsozialistisches Magazin.

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Das versteigerte Eigentum

Möbel, Ritualgeräte und Mobiliar der Loge wurden entfernt und verkauft. Eine vollständige Liste haben wir bis heute nicht gefunden.

Zum Stand der Suche

Was wir daraus ziehen

Die Lücken sprechen mit

  • Über die Mutlosigkeit von Justiz und Gemeinschaft, wenn Menschen denunziert werden, nur weil sie Teil einer Brüderschaft waren.
  • Über die Enteignung und den Verlust nicht nur von Dingen, sondern von kulturellem Gedächtnis, von Symbolen, von dem, was unseren Bund ausmachte.
  • Über das Versprechen der Wiederauferstehung. Denn obwohl verboten, zerstört und entwertet, ist die geistige Substanz unserer Loge nie vergangen.

Unser Versprechen

Wir geben dieses Erbe nicht verloren. Wir pflegen nicht nur unsere Arbeit und unsere Werte, sondern auch unser Gedächtnis:

  • Wir dokumentieren, forschen und zeigen auf, was vergessen wurde oder verschwiegen blieb.
  • Wir verweisen auf die Quellen und die Fakten – damit Leugnung und Verdrängung keine Macht über unsere Geschichte haben.
  • Wir öffnen uns für Gespräche über Schuld, Widerstand und Verantwortung – nicht aus Selbstgerechtigkeit, sondern aus dem Wunsch nach Versöhnung und menschlicher Würde.